Ich bin
JOCHEN
Ich
kam am 25. Juli 2000 um 13.40 Uhr
im
Memminger Klinikum zur Welt.
Meine
stolzen Maße: Größe: 55 cm
Gewicht: 3.655 g Kopfumfang:
35
cm
Mein Start ins Leben war nicht soo klasse, wie er sein sollte. (Hier könnt Ihr Mama`s Versionnachlesen) Es begann ganz normal (und wie Mama wollte etwas später als errechnet) morgens um 1/2 5 Uhr mit einem Blasensprung. Mama und Papa sind gleich ins Krankenhaus gefahren und so langsam haben auch die Wehen angefangen. Aber dann hab ich es mir anders überlegt und wollte doch nicht kommen, drum hat die Hebamme Mama (trotz anfänglicher Proteste) auch an einen Wehentropf gehängt und dann mußte ich ja - ob ich wollte oder nicht. Nach ca. 6 Stunden war dann auch mein Köpfchen schon fast da - und dann haben 2 Wehen ausgesetzt und ich armer Tropf bin steckengeblieben - Mama fand das auch nicht so schön glaub ich! Aber dann war ich endlich auf der Welt und wurde gleich gepiesackt mit Absaugen usw. bevor ich mich an Mama kuscheln durfte. Papa hat dann die Nabelschnur durchgeschnitten und die Hebamme hat mich vermessen und in warme Tücher eingewickelt - dann durfte ich mich endlich bei Mama ausruhen. Aber ich hab mich gar nicht wohl gefühlt - nicht mal zum Trinken hatte ich Kraft. Nach 2 Stunden haben die mich dann gleich in die Kinderklinik gebracht, weil ich so blau war und nicht rosig wie andere Babies. Dort haben die Ärzte dann festgestellt, daß ich einen schweren Herzfehler habe, eine Transposition der großen Arterien, d.h. daß die Arterien in meinem Herz verkehrt angewachsen sind und das sauerstoffreiche Blut nicht in den Körper gelangt, sondern in die Lunge zurückgeht. Da wurde ich gleich mit Sauerstoff beatmet und zu einer Notoperation (Rashkind) mit dem Hubschrauber nach München ins Deutsche Herzzentrum geflogen.
Nach dieser Rashkind-Operation, bei der mir mit einem Herzkatheder ein Loch ins Herz gemacht wurde, daß ich mehr Sauerstoff bekomme, ging es mir gleich viel besser. Dank der Ronald-McDonald-Stiftung konnten Mama oder Papa immer bei mir sein, da sie ein Zimmer im Ronald-McDonald-Haus bekommen haben!
Nach genau einer Woche, am Dienstag, 01. 08. 2000, hatte ich meine große Operation, die hat 7 1/2 Stunden gedauert. Dabei wurden die beiden Arterien abgetrennt und richtig herum wieder angenäht, dazu mußten noch die ganzen Herzkranzgefäße versetzt werden. Und mein Herz ist ja noch nicht besonders groß ! Das ist schon eine Meisterleistung der Chirurgen. Jetzt kann ich zweimal Geburtstag feiern !!!!!!
Nach dieser großen Operation ging`s mir erst einmal nicht so besonders gut, ich war voller Schläuche und Kabel ..... Zwei Drainageschläuche aus der Brust, die Magensonde, den Beatmungsschlauch, bis zu 9 Infusionsschläuche gingen in den Zugang am Hals, die Kabel vom EKG klebten an mir..... furchtbar ! Ich hatte nach der OP gut einen Liter Wasser eingelagert, bei meinen ca. 3.700 g doch eine ganze Menge. Da mein kleiner Körper mit dieser Menge nicht alleine fertig wurde, haben die Ärzte bei mir eine Bauchfelldialyse gemacht, also nochmal ein Schlauch mehr. Bei einer Ultraschalluntersuchung wurde auch Wasser in meiner Lunge festgestellt und ich wurde punktiert, also nochmal ein Schläuchlein mehr. Anhand dieser Ausscheidungen haben die Ärzte festgestellt, daß der Chylothorax (ein Lymphgefäß) in meinem Brustkorb verletzt wurde und dadurch Eiweiß und Fett aus der Muttermilch in den Brustraum eindringen und sich ablagern kann. Das bedeutete, daß ich ab sofort keine Muttermilch mehr bekam, sondern eine besondere Chyllusdiät. Bis zu viermal täglich wurde ich abgesaugt, d.h. die Schwestern saugten mir mit einem dünnen Schlauch Schleim aus der Lunge, da ich noch zu schwach war, um alles selber auszuhusten.
So nach und nach wurden die Schläuche weniger und nach 3 1/2 Wochen Intensivstation wurde ich endlich auf die Normalstation verlegt.
Dort durfte mich meine Mama endlich selber wickeln, waschen, sondieren (d.h. die Nahrung durch die Magensonde in mein Bäuchlein spritzen), mich auf den Arm nehmen, sogar draußen auf dem Gang spazierengehen ! Und dann, an einem Samstag, kam der große Tag und ich durfte meine beiden Schwestern Michaela und Corinna kennenlernen ! Ich glaub, die beiden waren ganz schön stolz, daß sie mich endlich mal in den Arm nehmen durften!
Aber auch auf der Normalstation haben sie mich manchmal noch ein bißchen gepiesackt... abgesaugt wurde ich immer noch jeden Tag einmal und insgesamt dreimal zum Röntgen... tut zwar nicht weh, macht aber auch nicht grade viel Spaß:
Endlich sollte ich nun nach ca. 6 Wochen entlassen werden (ins Klinikum nach Memmingen, zum Aufpäppeln, weil ich meine Nahrung nicht selber trinken wollte), da haben die Ärzte beim Entlassungsultraschall festgestellt, daß ich noch ein Rest-VSD (Loch in der Herzscheidewand) habe und eine deutliche Pulmonalstenose (Verengung der Lungenarterien). Um das ganz genau festzustellen mußte man nochmal einen Herzkatheder machen, dabei haben die Ärzte versucht, mit einem kleinen Ballon diese Verengung auszudehnen, was allerdings nur ein ganz kleines bißchen geklappt hat.
Nach diesem Katheder bekam ich ziemliche Probleme mit meinem rechten Bein, es wurde nicht mehr duchblutet und war eiskalt. Irgendwo in meinem Bein steckte ein Blutgerinnsel und damit das nicht zum Herz oder zur Lunge vordringt mußte es aufgelöst werden. Dazu brauchte ich eine Aktilyse, d.h. mein Blut wurde kurze Zeit ganz stark verdünnt.
Und dann, nach exakt 8 Wochen, am Dienstag, den 18 September, wurde ich endlich entlassen und durfte mit Papa und Mama heimfahren !!!!!!!!!!!!! Ich wurde in diesen langen Wochen von den Ärzten und Schwestern sehr liebevoll und toll versorgt, so daß uns der Abschied auch ein kleines bißchen schwer fiel, aber nun war ich doch sehr gespannt auf mein Daheim. Und ich wurde sehnsüchtigst von meinen zwei Schwestern, Omas und Opa und von Jeanie erwartet !
Nun muß
ich nur noch alle paar Monate zur Kontrolle zum EKG und Ultraschall ....
allerdings zum Glück hier vor Ort im Klinikum Memmingen. Und vielleicht
hab ich Glück und das VSD und die Stenose verwachsen sich.. dann brauch
ich keine OP mehr und bin eines Tages vielleicht sogar fast ganz gesund!